„Ruth antwortete: Rede mir nicht darein, dass ich dich verlassen sollte und von dir umkehren. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.“
Ruth 1,16.
Dies ist ein kühn ausgesprochenes Glaubensbekenntnis, und es wird abgelegt von einem Weib, von einem jungen Weib, von einem armen Weib, von einer Witwe, von einer Fremden. Ihre Schwiegermutter musste trotz ihrer herben Leiden dadurch sehr erfreut werden, weil ihr großer, zeitlicher Verlust von einem größeren, geistlichen Gewinn begleitet war. Sie verlor ihr Heim in Moab, aber sie fand die Seele ihrer Tochter. Naemis Rückkehr zu ihrem rechten Ort brachte Ruth zur Entscheidung; wenn Christen ihre richtige Stellung einnehmen, werden oft ihre Kinder und Freunde bekehrt.
Viele Kräfte vereinigen sich da, diesen Einfluss auszuüben.
„Dein Volk“ rc.
In dem gegnerischen Reich wird Schlechtes von ihnen gesprochen. Sie sind auch nicht alle, wie wir sie wünschen möchten. Es ist nicht viel von ihnen zu gewinnen. - Aber Jehovah ist ihr Gott, und sie sind sein Volk. Unser ewiges Erbe ist ein Teil von ihrem Erbe. Unter ihnen befindet sich ein naher Verwandter. Der rechte Boas ist bereit, uns zu sich zu nehmen und unser Erbe zu lösen.
Lasst uns wohl überlegt, demütig, fest, freudig und sofort Gott und seine Heiligen erwählen; lasst uns mit ihnen gehen, wohin sie gehen.
Was sagen unsere Zuhörer dazu? Wollt ihr euch euren frommen Verwandten anschließen? Oder wollt ihr einen anderen Weg einschlagen und so ein Ziel erwählen, das von dem ihrigen weit entfernt ist?
Mir sind oft Fälle begegnet, wo die Liebe zur Mutter in der jungen Brust das Verlangen wach gerufen hat, der Mutter Gott kennen zu lernen. Der Gedanke, einen abgeschiedenen Vater nie wieder zu sehen, hat oft Kinder veranlasst, den Herrn zu suchen. Ist nicht menschliche Liebe ein besonders passendes Mittel, das die himmlische Liebe gebrauchen kann?
Die Kraft des christlichen Charakters, die aus seinem Gesicht, aus seiner Gestalt und besonders aus den Reden eines Christen hervorleuchtet, wird schön durch nachfolgenden Vorgang illustriert: Ein Afghane brachte einst eine Stunde in der Gesellschaft des Dr. W. Marsh aus England zu. Als er hörte, dass Dr. Marsh gestorben sei, sagte er: „Seine Religion soll hinfort meine Religion, sein Gott soll mein Gott sein, denn ich muss dahin gehen, wo er ist und sein Angesicht wiedersehen.“ Ich weiß, dass sein Sack und seine Asche besser ist, als das Gelächter der Toren. Rutherford.
In einem Memoire von Prediger G. G. Letters wird erzählt, dass er bei Gelegenheit einer Gebetsversammlung an einem Sonntag-Abend bekehrt wurde. An demselben Abend, als seine Mutter mit ihren Kindern am Herd saß, sprach sie von der Freude, die sie haben würde, wenn sie alle als eine Familie zusammen auf dem schmalen Pfad zum Himmel reisen könnten. Plötzlich sprang Georg, der unlängst aus der Gebetsversammlung heimgekehrt war, auf, blickte sich um und sagte in ruhig entschlossenem Ton: „Was mich betrifft, so habe ich mich für Christum entschieden. Die öffentliche Verbindung mit dem Volk Gottes ist höchst wünschenswert. Es würde bei einem Soldaten auf Treulosigkeit schließen lassen, wenn er seine Uniform nicht tragen und seinen Platz nicht in der Reihe der Soldaten einnehmen wollte. Es ist wohl wahr, dass er allein kämpfen könnte, aber es würde doch wahrscheinlich ein trauriges Geschäft werden. Wenn Gottes Volk sich unserer nicht schämen will, so haben wir gar nicht nötig, uns desselben zu schämen. Ich möchte nicht gern in den Kleidern eines Diebes versteckt in eine öffentliche Versammlung gehen; ich ziehe meine eigenen Kleider vor, und ich kann nicht verstehen, wie Christen sich in den Gewändern der Weltlinge gefallen können.